Dürre am Horn von Afrika

Hunger und Dürrekatastrophe am Horn von Afrika

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Die dramatische Situation in Somalia spitzt sich zu - jetzt haben die Vereinten Nationen in drei weiteren Regionen des Landes offiziell eine Hungersnot ausgerufen. Im Länderdreieck Somalia, Kenia und Äthiopien leiden rund 12 Millionen Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. Allein in Somalia sind rund 30.000 Kinder bereits gestorben. Weitere 400.000 Mädchen und Jungen sind akut vom Hungertod bedroht. Zehntausende Somalier fliehen zu Fuß in die überfüllten Flüchtlingslager in Äthiopien und Kenia. Täglich sterben Kinder auf der Flucht. Und selbst, wenn sie die Flüchtlingslager in den Grenzregionen lebend erreichen, sind sie oft so entkräftet, dass sie nicht mehr gerettet werden können. Mit einer Verbesserung der humanitären Lage ist vorerst nicht zu rechnen.
Die Kindernothilfe und ihre Partner haben bislang Nothilfeprojekte bewilligt, über die rund 56.000 Menschen, darunter etwa 28.000 Kinder, in Äthiopien, Kenia und Somalia erreicht werden.

Die Kinder brauchen dringend unsere Unterstützung - helfen auch Sie mit!

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende! Foto: Dietmar RollerzoomBitte helfen Sie mit Ihrer Spende! Foto: Dietmar Roller Seit Jahren kein Regen
In vielen Regionen Ostafrikas hat es schon seit einigen Jahren nicht mehr richtig geregnet. Ernten sind ausgefallen, die Lebensmittelpreise in Folge stark gestiegen. Rinder - für viele Menschen in der Region die Grundlage ihrer Existenz - verdursten einfach auf den Feldern. Im Süden Somalias, wo staatliche Strukturen völlig fehlen, ist die Lage am schlimmsten. Doch auch in Äthiopien und Kenia leiden große Teile der Landbevölkerung Hunger.

Die Kinder sind extrem ausgehungert und dehydriert
Kindernothilfe-Koordinator Dietmar Roller ist vor Kurzem aus der Katastrophenregion zurückgekehrt. Die Unterernährung von Kindern in Somalia - vor allem in den inoffiziellen Camps in Mogadischu hat ihn besonders schockiert: „Die Kinder sind extrem ausgehungert und dehydriert. Eine Unternährung dieses Ausmaßes habe ich vorher noch nie gesehen."

Dürre am Horn von Afrika - Mogadischu: Vater gibt seinem Kind zoomDie Kinder erhalten nach Tagen endlich Nahrung. Foto: Dietmar Roller Somalia: Hilfe mit erfahrenem lokalen Partner
Die Kindernothilfe leistet Soforthilfe für die Betroffenen der Dürrekatastrophe. In Somalia haben wir einen sehr erfahrenen und kompetenten Partner an unserer Seite, der bereits seit 20 Jahren unter schwierigsten Bedingungen dort aktiv ist. So ist sichergestellt, dass die dringend benötigte Hilfe bei den Menschen ankommt. Die Kindernothilfe und ihre Partner haben in Flüchtlingslagern in der Hauptstadt Mogadischu Wassertanks errichtet und verteilen Lebensmittel, Wasserbehälter und weitere Hilfsgüter. Zudem wird per Tankwagen Wasser zu den Menschen gebracht. 3.200 Menschen können wir auf diese Weise bereits das Überleben sichern.

Die Vorbereitungen laufen
Derzeit laufen die Vorbereitungen, um in der Region Mogadischu und im Norden Somalias weitere 31.400 Menschen - darunter 26.600 Kinder - mit Wasser, Lebensmitteln und Hilfsgütern zu versorgen. Die Kindernothilfe und ihr Partner möglichst viele Kinder und ihre Familien erreichen und sie vor dem lebensbedrohlichen Fußmarsch in die Nachbarländer bewahren. Zudem die Kindernothilfe mit ihrem Partner vier Kinderschutzzentren in Flüchtlingslagern in Mogadischu eingerichtet. Insgesamt 200 Mädchen und Jungen werden dort mit Nahrung und Wasser versorgt und psychosozial betreut.

Die Kinder leiden am meisten. Foto: Dietmar RollerzoomDie Kinder leiden am meisten. Foto: Dietmar Roller Auch in Äthiopien und Kenia brauchen die Menschen dringend Hilfe
Auch in Somalias Nachbarländern Äthiopien und Kenia leistet Kindernothilfe mit erfahrenen lokalen Partnern Soforthilfe für die Betroffenen der Hungersnot. Weil die Situation der Menschen außerhalb der offiziellen Flüchtlingslager noch dramatischer ist als in den Camps, setzen wir in Äthiopien einen Schwerpunkt unserer Hilfsmaßnahmen auf die Umgebung des völlig überfüllten Auffanglagers Dolo Ado im Süden des Landes. Insgesamt erreichen wir in Äthiopien derzeit 24.ooo Menschen - vor allem Kinder und schwangere Frauen - durch die Verteilung von lebenswichtiger Aufbaunahrung und Schulspeisungen.

Dürre am Horn von Afrika 2011 - Kinder im Transit Lager. Foto: Dietmar RollerzoomDürre am Horn von Afrika 2011 - Kinder im Transit Lager. Foto: Dietmar Roller

Aufgrund der stark gestiegenen Lebensmittelpreise erhielten mehrere reguläre und langfristige Kindernothilfe-Projekte in Kenia (u. a. zwei Schulen und ein Ausbildungszentrum) zusätzliche Hilfe, um die Versorgung der Kinder weiterhin sicherzustellen. Im Norden Kenias - in einer der trockensten Regionen des Landes - konnten wir durch die Verteilung von Nahrung und Hilfsgütern bereits 9.000 Menschen das Überleben sichern. Und in Zentral-Kenia ist ein Projekt angelaufen, das bereits über die aktuelle Krise hinaus denkt. Im Rahmen eines „Food for Work" - Programms beteiligen sich 700 Familien an der Errichtung eines Wasserauffangbeckens, um nach der nächsten Regenzeit besser auf Dürreperioden vorbereitet zu sein. Im Gegenzug für ihre Arbeit erhalten die Familien Lebensmittel. 1.576 Kinder werden auf diese Weise versorgt.

Auch in Äthiopien und Kenia soll die Hilfe für die Betroffenen der Hungersnot schnellstmöglich ausgeweitet werden. Derzeit bereiten wir weitere Hilfsmaßnahmen vor, um mehr als 20.000 Kindern und Erwachsenen das Überleben zu sichern.

Dürre am Horn von Afrika: eine der IAS-Schulen in MogadischuzoomDürre am Horn von Afrika 2011 - Kinder in einer Schule. Foto: Dietmar Roller Kindernothilfe leistet humanitäre Hilfe mit erfahrenen Partnern
Die Kindernothilfe ist in allen drei Ländern bereits vor Ort. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation wollen wir als allererstes den Menschen in Somalia den gefährlichen, langen Marsch zu den großen, unübersichtlichen Flüchtlingslagern auf der anderen Seite der Grenze ersparen. Dies hilft vor allem den Kindern, die vielfach diese Gewaltmärsche unter sengender Sonne nicht überleben. 

Die Kindernothilfe erhöht die Soforthilfe, für die von der Hungersnot bedrohten Menschen am Horn von Afrika, auf 1,2 Mio Euro und weitet die Hilfsmaßnahmen auf Somalia aus.

Das Lager haben sie erreicht, doch wo gibt es jetzt Wasser und Lebensmittel. Foto: Dietmar RollerzoomDie Dürre am Horn von Afrika hat riesige Flüchtlingsströme ausgelöst. Foto: Dietmar Roller Täglich fliehen über 1.000 Menschen vor Dürre und Hunger in die Hauptstadt Somalias oder direkt in die Nachbarländer. „Unser Ziel ist es, Kinder und ihre Familien mit Hilfsmaßnahmen zu erreichen, bevor sie sich auf diese kräfteraubenden und lebensbedrohenden Fußmärsche machen", so Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Bislang waren durch die politisch instabile Lage im Süden Somalias kaum Hilfslieferungen an die Bevölkerung möglich. Das ändert sich nun aufgrund der dramatischen Situation. „Mit unserem Partner haben wir einen sehr erfahrenen, der in Somalia schon seit 20 Jahren unter den schwierigen Bedingungen tätig ist", betont Thiesbonenkamp. 

Für die Unterstützung der Kinder und ihrer Familien sind wir dringend auf Hilfe angewiesen und bitten um Spenden! Bitte helfen Sie den Kindern am Horn von Afrika. - Jede Spende zählt!

Hier finden Sie weitere Informationen und Fotos zur Hungersnot in Ostafrika.


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